LEBENSPHASE 2
BERUFSWAHL UND BERUFSTÄTIGKEIT
Zwei Drittel der weiblichen Lehrlinge wählten im Jahr 2024 einen typischen „Frauenberuf”, wie Einzelhandel, Bürokauffrau oder Friseurin. Bei der Studienwahl bevorzugen Frauen weiterhin Sozial-, Bildungs- und Geisteswissenschaften. Diese Ausbildungs- und Berufswahl führt zu einer horizontalen Segregation des Arbeitsmarktes (ungleiche Verteilung von Frauen und Männern auf verschiedene Berufe) mit einer hohen Konzentration von Frauen in schlechter bezahlten Branchen. Bezogen auf die Einkommen von Frauen und Männern zählt Österreich mit einem Gender Pay Gap von 17,6 % weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Lohnunterschieden in der EU (EU-27: 11,1 % im Jahr 2024).
2019 übten lediglich 3,8 % der unselbständig erwerbstätigen Frauen eine führende Tätigkeit aus (vgl. 8,1 % der Männer). Aktuelle Daten zeigen zwar einen steigenden Anteil von Frauen in Führungspositionen, dennoch sind Frauen weiterhin deutlich seltener in leitenden Funktionen vertreten als Männer. Selbst bei gleichen Bildungsabschlüssen sind Frauen stärker in mittleren Positionen vertreten, während Männer häufiger in Führungspositionen aufsteigen. Sogar in frauendominierten Bereichen sind überproportional mehr Männer in leitenden Positionen – man spricht hier von einer vertikalen Segregation des Arbeitsmarktes.
Die Berufswahl sowie die Berufstätigkeit beeinflussen neben der Stundenanzahl die finanzielle Absicherung. Daher hat bei der Wahl des Berufs die Auseinandersetzung mit verinnerlichten Glaubenssätzen auch die Frage nach dem erwartbaren Einkommen enorme Bedeutung.
Folgende Fragestellungen unterstützen die eigene Berufswahl und Berufstätigkeit zu reflektieren:

